Nachdem mir Christian, DocRunner, angeboten hatte, mal mit mir zu laufen, ich seine Blogeinträge interessant fand, nahm ich das Angebot natürlich gerne an. Interessant, quasi ein "blind date". Wir telefonierten und machten das Treffen fix und bereits am Telefon fand ich ihn sehr sympathisch. Am gestrigen Freitag war es dann soweit. Das Wetter spielte mit und die Sonne liess sich ab und zu dann auch blicken, optimale Bedingungen also.
Für mich stellte sich vorab die Frage, welche Strecke ich ihm den zeigen soll. Da ich wusste, dass Christian den Steigungen nicht abgeneigt ist, nicht langsam unterwegs ist bei seinen Läufen, durfte es ja schon etwas knackiger sein. Ich meine, da zeigt man dann ja auch keine öde, leicht welige 10 Kilometer Strecke, oder? Also sollte es quasi ein Lauf ums kleine Städtchen sein. Und wo es hoch geht, geht es ja schliesslich wieder runter. Und so lange wir miteinander quatschen können, ist das Tempo ok. So also meine Vorstellungen.
Als Christian eintraf, hatte ich gleich das Gefühl "das passt". Der Gesprächsstoff ging uns nie aus und irgendwie (Bestätigung meiner Frau heute morgen) sah er ja aus wie der Neil! Neil ist cool, also ist Christian das auch ;-)
Wir flüchteten dann vor den vielen Kindern (ja, nur zwei gehörten gestern mir.... die lieben... ;-))
Meine vorgesehene Laufstrecke führte erst mal leicht bergab, ein Einrollen also. Über eine Wieso und querfeldein kamen wir auf einen schönen, im Sommer kühlen, Waldweg, der uns um den Berg herum immer leicht bergab bis fast zum niedrigsten Punkt der Strecke führte. Ein kleiner Trail nach Kilometer 3.6, komplett vom Laub bedeckt und mit rutschigen Wurzeln und Steinen führte erst hoch und dann runter bis zum niedrigsten Punkt. Wir überquerten die Bundesstraße, welche von Calw nach Nagold führt, liefen über die Nagold-Brücke und dann ging es ab in die Lützenschlucht. Die wenigsten Leute wissen, dass es dies bei uns gibt. Zwar nicht groß, aber eine Schlucht wie man es sich vorstellt. Mit Holzbalken oder mit Steinen geschaffene Stufen, die durch ihre unterschiedliche Größe einen ständigen Rhythmuswechsel verlangten, steile Serpentinen, Holzbrücken, Mini-Wasserfall (der gestern leider nur dahindümpelte), glitschig, eng - Trail eben.


Oben angekommen führte uns der Weg auf der gegenüberliegenden Seite des Städtchens vom Ausgangspunkt unserer Strecke dann leicht eben und dann wieder auf einem komplett mit Laub versehenen Serpentinenweg schnell wieder hinab zum tiefsten Punkt. Vorbei am Bahnhof und über die Auen direkt an der Nagold kamen wir wieder zurück zur Brücke, die uns über die Nagold führte und folglich auch wieder in Richtung Heimat. Fast. ;-)
Kurze, knackige Steigungen mit locker über 10 Prozent folgten und führten uns direttissima wieder auf die Ausgangshöhe zurück. Das ganze ging es dann wieder bergab und wieder hoch, nicht die gleiche Strecke, sondern dieses Mal einen anderen Trail (Christian meinte zur Straße, die die gleiche Steigung hatte: Das schaffte mein Auto vorhin nicht im 2. Gang....). Dieser brachte uns auf eine frühere Berglaufsprintstrecke, die ihren ursprünglichen Start im alten
Kloster Reuthin hatte und uns bis zur Grillhütte "Sulzer Eck" führte. Der letzte Teil hatte fast alpines Format. Oben durchgeschnauft, kam es noch eine richtige Steigung zu bewältigen.
Erst einmal, natürlich, ging es noch schnell 30 Höhenmeter bergab und auf einem Pfad zu einem weiteren Grillplatz. Über den Modellflugplatz ging es dann in großem Bogen nach Hause. Wir sind 13,6 Kilometer gelaufen und hatten ca. 430 Höhenmeter in den Beinen.

Ich hoffe, dass es Christian gefallen hat und es ein Lauf "abseits des Alltäglichen" gewesen ist. Da wir uns fast die ganze Zeit über viele Dinge unterhalten haben (ja, auch über Dich Monsterchen!) waren die Steigungen, meine Hoffnung, zu verkraften.
Unser "blind date" war toll und schreit für mich förmlich nach Wiederholung. Ich glaub' DocRunner hat mich anders kennengelernt, als MissMonster immer aus meinen Berichten liest.