Mittwoch, 17. März 2010

Verbesserungen im Alter?

Ein Fussballer gilt mit über 30 Jahren als alt. Mit 35 Jahren ist man dann vielleicht noch Torwart, aber zum Feldspieler reicht es in den wenigsten Fällen.
Woran liegt das?
Meine Spekulation: kaum kann ein Junge laufen, tritt er auch gegen einen Ball. Zumindest viele. Mit 5 Jahren ist man teil der "Bambinis" und es folgt der Durchlauf durch die verschiedenen Jahrgänge bis zu den Aktiven. Rein rechnerisch hat man dann mit 30 Jahren 25 aktive Jahre in den Beinen, scheinbar liegt hier, zumindest beim Fussball, die Grenze.
Und wie ist das beim Laufen? Habe ich den Zenit schon überschritten?
Mit 16/17 habe ich mit dem Laufen angefangen. Nun, mit 35, habe ich 18 Laufjahre auf dem Buckel, das entspricht beim Fussball dann 23 Jahre - ich bin also im besten Alter!
Yieeeeepiieeeeeh!
Ok, ich habe auch vor dem Laufen schon mein Leben lang Sport getrieben (auch Fussball), war unter anderem 10 Jahre im Schwimmverein aktiv, aber das Laufen ist eben doch anders und die vorhergehende "Belastung" durchs Schwimmen sollte hier nicht die "Zeit" verkürzen.
Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht wirklich an eine Verbesserung meiner Bestzeiten. Die sind auch schon steinalt, nicht wirklich so überragend und damals hatte ich mehr Zeit ... fühlte mich generell besser. Naja, aber irgendwie habe ich ein gutes Gefühl.
Zwar sagt man, dass die Leistungsfähigkeit, unabhängig wieviel Laufjahre man nun auf dem Buckel hat, mit dem Alter um eine bestimmte Prozentzahl abnimmt, aber mein aktueller Stand ist folgender:
Das langwierige Adduktorenziehen ist weg.
Bin einfach weitergelaufen und es hat, wieder einmal, geholfen.

Statt wie früher im Winter 5-7 Mal pro Woche versuche ich 4 Mal in der Woche zu laufen.
Dadurch möchte ich die Verletzungsanfälligkeit reduzieren, da ich überzeugt bin, dass sich hier das größte Hindernis zu guten Laufzeiten befindet. Wer lange Zeit konsequent trainieren kann (nach Plan!), der wird sich auch verbessern. Früher oder später kommt man dann aber an eine Grenze und muss sich das Risiko immer wieder bewusst machen. Steigere ich den Umfang und reduziere regelmässig, lege also sogenannte Schonwochen ein oder erhöhe ich die Intensität? Oder sogar beides? Mit Sicherheit kann man sogar beides tun, aber nicht allzu lange, die Schonwochen sollten sich hierbei häufen, dann kann man das erhöhte Training wohl auch verkraften. Im Trainingslager verkraftet der Körper ja auch sehr sehr hohe Umfänge und Intensitäten - weil man sonst nichts tut und in der lauffreien Zeit meist nur "abhängt". So regeneriert der Körper.

Durch die schlechten und lang anhaltenden üblen Streckenverhältnisse im Winter habe ich mir vor einigen Wochen eine Entzündung an der Fusssohle zugezogen. Das Gute daran war, dass es kein Überlastungsschaden war, sondern einfach nur von den im Wald festgefrorenen Treckerreifenspuren kam. Das Herumgeeiere hat meinem Fahrgestell wohl nicht gut getan. Zudem war nur gemächliches Laufen möglich, auch von daher gab es keine Überlastungen.
Die aktuellen Trainingsergebnisse prognostizieren eine 37:30 über 10km. Mit diesem bisherigen Spartraining: wow!
Letzte Woche habe ich es mir nochmal gegeben. 80 Kilometer in 5 Einheiten. Mittwochs 5 km knapp unter einem 4er-Schnitt, Freitags dann den Trainings-Halbmarathon alleine in sub 1:27 Stunden und am Sonntag nochmal 4x1600m in 3:53 Minuten/km. Sonntag abend war ich dann ganz schön breit, aber ich wusste ja dass am Montag schon das Tapering für den Trainingswettkampf am Samstag beginnt. D.h. am Montag nochmal einen 10er, Mittwoch 6km und am Freitag 3km.
Für den Lauf am Samstag erwarte ich nichts. Ich will einfach nach fast zwei Jahren Abstinenz wieder starten und mich über 12km ausbelasten. Die Beine werden nicht allzu leicht sein, das weiß ich, und die üblichen Konkurrenten werden mir zu diesem Zeitpunkt mindestens 1-2 Minuten voraus sein, aber ich bin für diese Saison sehr optimistisch.
Das Trainingslager Ende April kommt zwar recht spät, aber nach der langen Schneemisere kommt es eigentlich genau richtig. So sollte ich mich bis dorthin um eine weitere Minute verbessern können, dann liege ich bei 36:30 auf 10km und dann wird auch einiges möglich sein.
Alles andere wäre Spekulation ;-)

5 Kommentare:

adventureracing hat gesagt…

Hi Svennie!
Hört sich alles "verhalten-vernünftig" an. Ich denke, so kannst Du Dich am Samstag positiv überraschen.
Nur: Wenn Du die ganze Woche von Montag bis Samstag taperst, ist das in meiner Definition kein Trainingswettkampf mehr (hey, Du "opferst" 'ne ganze Trainingswoche!). Also besteht - theoretisch - die Möglichkeit, dass Du Dir (und uns) was vormachst und die Sache viel ernster ist...
Bin auf Deine Antwort - wie immer - sehr gespannt. ;-)

Farmin Gorerunner hat gesagt…

Hallo Jörg, Danke für Deinen Eintrag.
Doch, ich muss die ganze Woche tapern, das hat nämlich folgenden Hintergrund:
Die Einheiten am Mittwoch, Freitag und Sonntag waren absolut hart. Aus diesem Grund MUSSTE der jetzige Montag eine regenerative Einheit sein. Dienstag habe ich sowieso frei. Mittwoch noch etwas zu reissen, bringt dann nicht(s) mehr oder nicht mehr viel. Donnerstag hab ich auch frei und am Freitag dann nochmal 3 Kilometer. Samstag ja dann der Lauf. Klar, ist dann doch 'ne volle Tapering-Woche, aber ist anders in meinem Fall durch die vorgegebenen freien Tage für KW11 nicht anders machbar. Ich werde den Lauf bewusst langsam angehen und mich in der zweiten Gruppe aufhalten, meine Zeit kommt hoffentlich nach dem Trainingslager.

Laufhannes hat gesagt…

Jetzt schon einen Trainings-Halbmarathon in unter 1:27? Pah, du treibst Sachen! Aber gut, deine Liga ist mir (noch? *hibbel*) etwas zu hoch.

Aber ich freue mich sehr für dich, dass dein Winter so gut verlaufen ist und dein Training wirklich fruchtet. Konsequentes und durchdachtes Training, darauf kommt es an. Es müssen nicht immer die vielen Kilometer sein.

Dein Prinzip, in der letzten Woche noch einmal so Gas gegeben zu haben, finde ich interessant. Für den ersten Wettkampf, um wieder richtig rein zu kommen, sicherlich eine gute Angehensweise. Da braucht man auch schon einiges "im Köpfchen", um so taktisch an die Sache heran zu gehen.

Ich bin gespannt, was aus dem Lauf wird und was für dich nun noch möglich ist. In dem Alter :-)

Evchen hat gesagt…

Scheiß die Wand an, was Zeiten! Du läßt uns aber schon mal kurz wissen, was Du auf die Straße bringen konntest, gä?
Gib alles. Ich tue nächste Woche auch mein Bestes und Danke nochmal. ;-)

Farmin Gorerunner hat gesagt…

@Hannes: na, wenn ich Deine Blogeinträge lese, dann bist Du mir doch in Wirklichkeit zwei Schritte voraus, oder?
@Eva: Ich werd' das nicht auf die Strasse bringen, ist ein Waldlauf mit 4km bergab, 4km eben und 4km bergauf. Will ich auch nicht, will nach sooo langer Zeit einfach auch mal wieder mitlaufen. Interessant wird es für mich nach dem Trainingslager!